Geist und künstliche Intelligenz mit Daniel Martin Feige am 11.06.2026

Shownotes

Die Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz werfen philosophische Fragen auf. Wenn wissenschaftliche und literarische Texte, Musikstücke und Bilder nicht allein durch Menschenhand, sondern auch mit Hilfe von KI erzeugt werden können, drängt sich der Gedanke auf, dass wir einer KI rudimentäre oder sogar weitreichende geistige Fähigkeiten zuschreiben müssen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Daniel Martin Feige zeigt, dass es sich hier um einen Fehlschluss handelt. Auf der Grundlage von Überlegungen, die sich an einer Bestimmung des Begriffs des Denkens orientieren, lässt sich zeigen, dass wir einer KI nicht die Fähigkeit des Denkens zuschreiben können.

Begriffe wie ,Denken‘ auf Künstliche Intelligenz anzuwenden entdeckt – so die weitergehende These – nicht Geist an Orten, wo wir ihn vormals nicht vermutet haben. Vielmehr bauen wir durch solche Zuschreibungen den Begriff unserer selbst als freier, vernünftiger und selbstbewusster Akteure um – ein Umbau, der Ausdruck einer gleichermaßen technologischen wie politischen Bedrohung unserer deliberativen Fähigkeiten ist.

**Zur Person: **Daniel Martin Feige ist Professor für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Er studierte zunächst Jazz-Klavier, dann Philosophie, Germanistik und Psychologie; Promotion an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Habilitation an der Freien Universität Berlin. Er forscht und publiziert an der Schnittstelle von Fragen der philosophischen Ästhetik und philosophischen Anthropologie in ihren Bezügen zu klassischen Themen der theoretischen und praktischen Philosophie. Jüngste Buch Buchveröffentlichung: „John McDowell zur Einführung“ (Hamburg: Junius 2026). Das Buch zum Thema: „Kritik der Digitalisierung. Technik, Rationalität und Kunst“ (Hamburg: Meiner 2025).

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.